Wie teuer ist die private Krankenversicherung?

Die Frage nach dem Beitrag einer privaten Krankenversicherung lässt sich in keiner Weise pauschal beantworten. Zahlreiche Faktoren spielen in die Preisgestaltung hinein.

Grundlage für jede Beitragsberechnung ist das Alter der zu versichernden Person. Je jünger diese bei Antragstellung ist, umso niedriger fällt der Beitrag aus.

Ein weiteres Kriterium, welches sich bei allen Versicherern übergreifend auf den Preis auswirkt, ist natürlich das gewünschte Leistungsspektrum. Unabhängig vom Versicherer fällt eine Kombination aus ambulanter Kostenerstattung, Mehrbettzimmer im Krankenhaus und 50 Prozent Zahnersatzleistung deutlich günstiger aus, als die ambulante Heilbehandlung, Unterbringung im Einbettzimmer und 90 Prozent Zahnersatz. Generell hat das versicherte Leistungsspektrum direkte Auswirkungen auf den Beitrag.

Bei den sogenannten Modulartarifen wählt der Versicherungsnehmer aus den einzelnen Bausteinen denjenigen aus, der in seinen Augen den besten Versicherungsschutz bietet. Er kann darüber hinaus auch noch eine Selbstbeteiligung vereinbaren, die zu einer Beitragssenkung führt. Für Arbeitnehmer ist diese Option nicht empfehlenswert, da sich der Arbeitgeber zwar am Beitrag, nicht aber am Selbstbehalt beteiligt.

Bei Kompakttarifen bietet der Versicherer fertig geschnürte Pakete an, die dem Versicherungsnehmer in der Regel nur die Wahl zwischen einer Basisabsicherung und einer „gehobenen“ Absicherung lassen. Selbstbeteiligungen sind ebenfalls möglich.

Weitere Faktoren, die sich darauf auswirken, wie teuer eine private Krankenversicherung ausfällt, sind mögliche Vorerkrankungen der zu versichernden Person. Die privaten Krankenversicherer haben das Recht, in diesem Fall einen individuellen Risikobeitrag zu erheben. Diesen können sie zeitlich begrenzt, aber auch permanent in Anrechnung bringen.

Nicht leistungsbezogen, aber abhängig von der Versicherung, wirkt sich die Beitragsverwendung aus. Ein Versicherer, der mit den Mitgliedsbeiträgen durch eine gute Anlagestrategie höhere Überschüsse erwirtschaftet, als ein Versicherer, der die überzähligen Gelder nur als Tagesgeld anlegt, kann mit niedrigeren Beiträgen kalkulieren. Beitragssteigernd oder mindernd machen sich auch die Anteile der Rückstellungen für das Alter bemerkbar. Ein Versicherer, der nur niedrige Altersrückstellungen bilden muss, kann mit niedrigeren Beiträgen kalkulieren. Die Altersstruktur im jeweiligen Tarif wirkt sich ebenfalls auf den Beitrag aus. Fällt der Anteil älterer Versicherer recht hoch aus, steigen die Ausgaben für die medizinische Versorgung. Damit müssen für die Gesamtheit der in diesem Tarif Versicherten auch höhere Prämien kalkuliert werden.