Wie lange zahlt die private Krankenversicherung Tagegeld?

Beim Krankentagegeld bestehen gravierende Unterschiede zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). In der Ersatzkasse versicherte Arbeitnehmer erhalten bis zum 42. Tag eine Lohnfortzahlung des Arbeitgebers. Ab dem 43. Tag erhalten sie von der Ersatzkasse ein Krankentagegeld, welches ca. 70 Prozent des letzten Bruttolohns ausmacht. Die Zahlung erfolgt für maximal 78 Wochen für die selbe Erkrankung innerhalb von drei Jahren. Danach erfolgt die sogenannte Aussteuerung, die Prüfung der Erwerbsminderung. Liegt diese nicht vor, hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente und folglich ein Problem.

Selbstständige, die bei einer Ersatzkasse versichert sind, können gegen einen Mehrbeitrag ein vorzeitig einsetzendes Krankentagegeld absichern.

In der privaten Krankenversicherung gilt für Arbeitnehmer ebenfalls eine Tagegeldzahlung ab dem 43. Tag. Für Selbstständige besteht, je nach Gesellschaft, bereits ab dem ersten Tag der Erkrankung ein Anspruch auf Tagegeldzahlung. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis spricht allerdings gegen diese Konstellation.

Die private Krankenversicherung bietet gestaffelte Tagegeldleistungen an. Diese kann auch erst ab dem 180. Tag einsetzen. Die Versicherungsbedingungen sehen bei den privaten Krankenversicherern keine zeitliche Leistungsbegrenzung vor. Theoretisch kann die Zahlung lebenslang erfolgen. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass auch private Krankenversicherer nach zwei Jahren oder mehr an Leistungserbringung eine Untersuchung der versicherten Person in Bezug auf dauernde Erwerbsminderung anstreben.

Grundsätzlich gilt, dass gesetzlich versicherte Arbeitnehmer mittels eines Tagegeldrechners die Lücke zwischen Nettoeinkommen und Tagegeldleistung ermitteln sollten. Die Kluft wird mit steigendem Einkommen immer größer, eine private zusätzliche Absicherung über die Differenz verhindert eklatante Lücken im verfügbaren Einkommen.