Welche private Krankenversicherung ist die beste?

Stellt man diese Frage dem jeweiligen Vertriebsvorstand, wird eine Litanei folgen, weshalb gerade sein Unternehmen der absolute Spitzenanbieter ist. Tatsache ist, die „beste Krankenversicherung“ gibt es nicht. Neben den Aufmerksamkeit fangenden Leistungsbeschreibungen im Werbeflyer macht ein Blick in die Allgemeinen Versicherungsbedingungen Sinn. Hier gibt es durchaus Unterschiede von Gesellschaft zu Gesellschaft. Die einen leisten für 20 psychotherapeutische Sitzungen, die anderen für 25. Die einen erheben einen Risikozuschlag ab dem dritten fehlenden Zahn, die anderen ab dem vierten. Bei den Kriterien hinsichtlich des Versicherungsschutzes muss jeder Versicherungsnehmer für sich selbst entscheiden, welche Schwerpunkte er in seiner medizinischen Heilbehandlung sehen möchte.

Grundsätzlich gilt, dass der Monatsbeitrag oder die Höhe der möglichen Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit kein Kriterium für die Wahl des Versicherers sein soll. Sowohl die Monatsbeiträge als auch die Beitragsrückerstattungen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern unterliegen Schwankungen.

Objektive Kriterien sind dagegen die Beitragsentwicklung der einzelnen Anbieter, die Leistungsquote und die Altersrückstellungen.

Aus der Leistungsquote lässt sich ablesen, wie hoch die Aufwendungen für die Versichertengemeinschaft in Relation zu den Beitragseinnahmen ausfallen. Gab es in den zurückliegenden Jahren Kostenexplosionen, ist ein solcher Anbieter mit Vorsicht zu genießen.

Die Höhe der Altersrückstellungen gibt Auskunft darüber, wie sich die Beiträge in der Zukunft entwickeln können. Liegen hier solide Zahlen vor, kann der Interessent davon ausgehen, dass die Beitragssteigerungen mit hoher Wahrscheinlichkeit moderat ausfallen werden, da ausreichend Rückstellungen zur Kompensation gestiegener Behandlungskosten vorhanden sind. Diese Zahl wird durch die Beitragsentwicklung der letzten Jahre untermauert. Verlief diese konstant oder mit moderaten Anpassungen, kann dies als Pluspunkt gelten.

Grundsätzlich gilt, dass die Beitragsentwicklung auf den jeweiligen Tarif betrachtet werden muss, nicht auf die Gesellschaft als Ganzes. Steigt die Zahl der älteren Versicherten, steigen zwangsläufig auch die Kosten für medizinische Behandlungen und damit möglicherweise überproportional die jährlichen Beitragsanpassungen.