Welche Leistungen umfasst die private Krankenversicherung?

Bei der Frage nach dem Leistungsumfang muss zwischen der privaten Vollversicherung und den Zusatzversicherungen unterschieden werden.

Die private Vollversicherung bietet ein Leistungsspektrum, welches als Mindeststandard die Leistungen der Ersatzkassen bietet. Je nach individuellem Bedarf des Versicherungsnehmers respektive der zu versichernden Person kann diese Leistung durch unterschiedliche Tarife in den jeweiligen Behandlungsbereichen optimiert werden. In Bezug auf die ambulante Heilbehandlung gibt es wenig Unterschiede innerhalb der Tarifbausteine. Die Leistungen für Homöopathie und psychotherapeutische Sitzungen zeigen hier die gravierendsten Unterschiede. Hinsichtlich der stationären Heilbehandlung gilt der Unterschied zwischen Mehrbettzimmer auf der einen Seite, und Einbett- oder Zweibett-Zimmer inklusive Chefarztbehandlung auf der anderen Seite.

Die größten Unterschiede finden sich bei Zahnersatzleistungen. Hier staffeln die Versicherer in der Höhe der Zuschüsse. Wählt die versicherte Person bei der Behandlung die Regelleistung, erstattet der Versicherer 100 Prozent der Aufwendungen. Entscheidet er sich für privatärztliche Leistungen, sind die Erstattungen für Zahnersatz begrenzt. Die Abstufungen laufen in der Regel bei 50 Prozent, 60 Prozent und 80 oder 90 Prozent aus.

Das Krankentagegeld, die Verdienstausfallabsicherung, ist bei den Ersatzkassen in Relation zur Beitragsbemessungsgrenze maximiert. Die Schere zwischen Nettoeinkommen und Tagegeld geht folglich mit steigendem Einkommen immer weiter auseinander. Die privaten Krankenversicherungen erlauben dagegen eine Absicherung, welche dem tatsächlichen Bedarf entspricht. Gleiches gilt für die Pflegepflichtversicherung, die deutlich höhere Pflegetagegeldsätze vorsieht als die gesetzliche Pflegeversicherung.

Private Zusatzversicherungen

Die Zusatzdeckung der privaten Krankenversicherer erlaubt es, den gesetzlichen Schutz zu „veredeln“. Im ambulanten Bereich erstatten die privaten Anbieter beispielsweise Sehhilfen oder erweiterte homöopathische Behandlungen. Zahnzusatzversicherungen stellen die versicherte Person einem privat Vollversicherten gleich, stationäre Zusatzversicherungen ebenfalls. Pflegetagegelder und Krankentagegelder schließen die Lücke zwischen Bedarf und Leistung der Ersatzkasse.