Was sind die Nachteile der privaten Krankenversicherung?

Wo Licht ist, ist bekanntermaßen auch Schatten. Versicherte einer privaten Krankenvollversicherung freuen sich über eine bessere Termingestaltung beim Arzt und über umfassendere medizinische Leistungen. Ersatzkassenmitglieder benötigen dafür eine private Krankenzusatzversicherung. Theoretisch sind dann alle auf demselben Stand in Bezug auf Wartezeiten und Behandlungsmethoden. Es gibt allerdings Unterschiede, die bleiben.

Familienversicherung vs. Einzelvertrag

Entscheidet sich der Alleinverdiener einer Familie für eine private Krankenvollversicherung, muss jedes Familienmitglied für sich abgesichert werden. Die Familienversicherung wie in der Ersatzkasse, alle Familienmitglieder sind im Rahmen der Versicherung des Alleinverdieners ohne Mehrbeitrag versichert, kennen die privaten Versicherer nicht.

Sind beide Elternteile berufstätig, müssen die Kinder bei dem Elternteil mitversichert sein, der über das höhere Einkommen verfügt. In der Regel ist dies der Elternteil, der sich privat krankenversichern kann. Liegen beide Elternteile über der Jahresentgeltgrenze und der Elternteil mit dem höheren Einkommen bleibt in der Ersatzkasse, bleiben die Kinder bei diesem Elternteil in der Familienversicherung.

Gerade junge alleinstehende Selbstständige sehen die günstigen Beiträge in der privaten Vollversicherung als Anreiz, aus der Ersatzkasse auszutreten. Die Krux ist allerdings, dass familiärer Nachwuchs die preiswerte private Krankenversicherung für den Single in ein recht teures Unterfangen für die Familie wandeln kann. Ein Zurück in die Ersatzkasse und die Familienversicherung ist nicht ohne weiteres möglich.

Kein Annahmezwang

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung besteht bei den privaten Krankenversicherungen kein Annahmezwang (Kontrahierungszwang). Die Annahme erfolgt auf der Grundlage einer individuellen Gesundheitsprüfung. Bestehen Vorerkrankungen, kann ein Versicherer einen sogenannten Risikozuschlag auf den Beitrag erheben. Alternativ kann es einen Leistungsausschluss für alle künftigen Erkrankungen geben, die direkt oder indirekt aus der Vorerkrankung heraus resultieren. Ein privater Versicherer kann einen Antrag auch komplett ablehnen.

Beitragskalkulation

Während der Beitrag zur Ersatzkasse gesetzlich geregelt ist, legt jeder Versicherer für jede Altersgruppe in jedem einzelnen Tarifbaustein den Beitrag jährlich neu fest. Der Beitrag resultiert aus der Kostenquote, den Aufwendungen für Heilbehandlungen in Relation zu den Beitragseinnahmen. Je älter die Versicherten in einem Tarif werden, um so häufiger benötigen sie medizinische Unterstützung. Fielen die Altersrückstellungen in der Vergangenheit zu gering aus, sind überdurchschnittliche Beitragsanhebungen die Folge.