Wann ist ein Wechsel in die private Krankenversicherung möglich?

Die Frage nach der Wechselmöglichkeit hängt wiederum vom Berufsstand ab. Selbstständige und Beamte können jederzeit von der Ersatzkasse in eine private Krankenversicherung wechseln. Die Kündigung kann zum Ende des übernächsten Monats erfolgen. Wer im Januar kündigen möchte, kann dies zum 31. März des Jahres tun, im Februar zum 30. April und so fort.

Neben der zeitlichen Komponente greift bei Arbeitnehmern in der freien Wirtschaft aber noch ein weiterer Faktor. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist nur möglich, wenn der Arbeitnehmer die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet. Diese ist nicht identisch mit der Beitragsbemessungsgrenze.

Die Veränderung der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) seit 2010:

JahrJAEGVeränderung
absolut
Veränderung
in Prozent
201049.950 €1.350 €2,78 %
201149.500 €-450 €-0,91 %
201250.850 €1.350 €2,73 %
201352.200 €1.350 €2,66 %
201453.550 €1.350 €2,59 %
201554.900 €1.350 €2,52 %
201656.250 €1.350 €2,46 %
201757.600 €1.350 €2,40 %

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, bei jeder Veränderung des Arbeitseinkommens zu überprüfen, ob der Arbeitnehmer noch pflichtversichert ist, oder nur noch als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung geführt wird. Die freiwillige Versicherung tritt am Ende des Jahres in Kraft, in dem die JAEG überschritten wird. Übt ein Arbeitnehmer noch einen Minijob mit 450 Euro monatlichem Einkommen aus, werden diese Einkünfte von insgesamt 6.400 Euro nicht auf das Jahreseinkommen angerechnet. Ein Einkommen von 52.000 Euro zuzüglich Minijob führt nicht zu einem Ende der Versicherungspflicht.

Wann ist der Wechsel sinnvoll?

Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist auf jeden Fall für Beamte sinnvoll, siehe auch den dazu gehörenden Abschnitt.

Für alle anderen Personengruppen gilt, dass die private Vollkrankenversicherung um so teurer wird, je mehr Personen in der Familie versichert werden müssen. Die Ersatzkasse bietet demgegenüber den Vorteil der Familienversicherung. Die Lebensplanung sollte also abgeschlossen sein.